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Hänsel und Gerhold

Vor einem großen Walde wohnte ein armer Besenbinder mit seinem Gefährten. Der Besenbinder hieß Hans, wurde aber liebevoll Hänsel gerufen, und sein Gefährte hieß Gerhold. Sie hatten wenig zu beißen und zu brechen, wie ihre Nachbarsleut auch, und als einmal eine große Teuerung ins Land kam, konnte niemand mehr sein täglich Brot schaffen. Da versammelte der Dorfälteste alle Nachbarn um sich, darunter auch Hänsel und Gerhold, und sprach:»Liebe Freunde, in dieser kargen Gegend kann unseres Aufenthalts nimmer sein.

Der Boden ist arm, das Wasser schmutzig, der Wald bietet uns kaum noch Wild. Lasst uns die Bündel schnüren und die wichtigste Habe auf unsere Wagen laden. Wir werden fortziehen und ein fruchtbareres Land finden. «Hänsel, Gerhold und all die anderen erklärten sich mit diesem Vorschlag einverstanden. Sie verstauten etwas Geschirr, warme Decken, Kleider und das Bett auf ihrem Wagen, spannten das Pferd an und nahmen noch zwei Nachbarsleute auf, die selbst so arm waren, dass sie weder Wagen noch Vieh besaßen.

»Gott vergelt’s«, sagte der Nachbar dankbar und hob seine Frau auf den Kutschbock. So zogen die Wagen los, einer fuhr hinter dem anderen und viele Kinder und Frauen liefen zu Fuß nebenher. Das ging viele Tage und Nächte und Hänsel und Gerhold konnten kaum noch warten, endlich ans Ziel zu gelangen. Denn weil die zwei armen Nachbarsleut stets zugegen waren, blieb ihnen ein heimliches Schäferstündchen versagt. Die Frau des Armen aber bemerkte die zunehmende Unruhe und Sorge befiel sie.

»Die Armut hat mich ausgezehrt und schon längst sieht mich mein Mann nicht mehr begehrend an«, sagte sie sich. »Hänsel und Gerhold aber wird die Lust womöglich noch so weit treiben, dass sie mir meinen Mann verführen, und wie stehe ich dann vor der Dorfgemeinschaft da?«Aus Angst um Ehe und Ruf heckte die Frau einen Plan aus, um Hänsel und Gerhold auf eine Zeit loszuwerden. Am Abend, als der ganze Zug rastete, sprach sie zu dem Armen:»Weißt du was, Mann, wir wollen morgen in aller Frühe die beiden Freunde hinaus in den Wald schicken, frische Erdbeeren zu sammeln.

Die werden uns allen munden und ein jedes Paar gewinnt damit auch ein Stündchen für sich. «»Nein, Frau«, antwortete der Mann, »der Wald ist hier zu dicht. Hänsel und Gerhold könnten sich verlaufen!«»O du Narr«, sagte sie, »dann müssen wir Hungers sterben, denn kein Brot ist mehr im Wagen und wir können uns daraus die Bretter für die Särge hobeln. «Sie ließ keine Ruhe, bis er einwilligte. Die zwei Gefährten hatten aber noch nicht geschlafen und konnten hören, was die Frau zu ihrem Mann gesagt hatte.

Hänsel lockte die Vorstellung saftiger Erdbeeren, Gerhold aber freute sich darauf, mit seinem Liebsten bald wieder allein zu sein. »Doch der arme Nachbar hat recht«, gab Gerhold zu bedenken, »wir dürfen uns nicht in dem dichten Wald verirren. «Hänsel beruhigte ihn und sprach, er werde sich schon zu helfen wissen. Und als alle eingeschlafen waren, knöpfte er sein Röcklein auf und stutzte sein Büschel, das unterhalb des Bäuchleins wuchs, indem er jedes einzelne Härchen mit seinen Fingern herauszupfte.

Das schmerzte sehr und er musste die Zähne zusammenbeißen, um die anderen nicht zu wecken. Endlich war sein Büschel so kurz, dass nichts mehr den Blick auf seinen Schürhaken verbergen konnte, mit dem er so gern in Gerholds Herdchen die Glut entfachte. Die vielen Löckchen warf Hänsel aber nicht fort, sondern steckte sie behutsam in sein Täschchen. Als der Tag anbrach, kam schon die Frau auf die zwei Gefährten zu und bat, sie mögen im Walde nach frischen Erdbeeren suchen, die sie gestern von Weitem glaubte, gesehen zu haben.

Hänsel und Gerhold nahmen sich bei der Hand und liefen ins Dickicht. Gerhold hielt das Körbchen fest. Als sie ein Weilchen gegangen waren, steckte Hänsel die Finger in die Tasche und ergriff ein paar Härchen, die er auf den Weg streute. Er tat das immer wieder, bis sie mitten in den Wald gekommen waren, wo tatsächlich rote Erdbeeren wuchsen. Da beugten sie sich herab und pflückten so viele, wie ins Körbchen passten. Weil sie aber schon lange nicht mehr miteinander allein gewesen waren, konnte Hänsel nicht anders, legte sich ins Gras und zog seinen Gerhold zu sich herab.

Er pflückte eine Erdbeere und steckte sie Gerhold zwischen die Lippen, der den süßen Saft kostete und sich schmecken ließ. Dann pflückte Gerhold seinerseits eine Erdbeere und steckte sie Hänsel in den Mund. Der aber kostete nicht nur die Frucht, sondern saugte frech an den Fingern seines Liebsten. Da steckte Gerhold ihm zwei Finger tiefer in den Rachen, um zu sehen, wie weit er wohl hineinlangen könnte, und Hänsel ließ sich das gefallen, weil er ihm zeigen wollte, dass enorm viel zwischen seine Wangen passte.

»Zwei meiner Finger, lang und dick, passen wohl in deinen Schlund, aber schaffst du auch mein Streichholz mit dem schönen roten Häubchen?«, fragte Gerhold, und Hänsel antwortete:»Genug habe ich der süßen Erdbeeren, lass mich lieber von deiner Manneskraft kosten!«Er nestelte an Gerholds Rock herum, bis er hinabglitt und seine Blöße freigab. Sogleich nahm Hänsel das Streichhölzchen seines Gefährten in den Mund und nuckelte daran mit solcher Hingabe, dass es Gerhold war, als glommen ihm viele kleine Fünkchen im Leib.

Wendig, wie er war, drehte er sich herum, damit er seinerseits Hänsels Hüften packen konnte. Kaum war das Röcklein fort, vergrub Gerhold sein Gesicht zwischen den nackten Beinen und tat es dem Gefährten auf die gleiche Art. So lagen sie auf dem frischen Gras, das herrlich duftete, und erfreuten einander, wie es zwei Gefährten nun einmal tun. Was machte es, dass Käfer in ihre Wäsche krochen, Fliegen und Mücken sie umschwirrten und die Bäume knarrten? Die Kniffe, die ihre Lippen vollführten, waren das Einzige, was ihre Sinne beschäftigte.

Hänsel rieb seine Bartstoppeln am Häubchen Gerholds, der hingegen knabberte zärtlich am empfindlichen Bundstück, das rot zwischen Spitze und Schaft des Schürhakens leuchtete. Hänsel führte ihn bis tief in den Rachen seines Gefährten ein, jener legte seine erdbeerroten Lippen lediglich um die Spitze und kitzelte sie mit der Zunge, bis sie davon eifrig zu tröpfeln begann. Die Finger aber waren überall und tanzten auf der nackten Haut wie tausend Ameisen. Oh, wie war es den beiden Gefährten wohlig und schön dort unter den Tannenwipfeln!Nicht lange dauerte es, bis ihre Münder heftiger geiferten und den Lohn einforderten für ihre Kunst.

Hänsel war der Erste, der unweigerlich zuckte und ruckte und schließlich seine weiße Glut in Gerhold fließen ließ, doch sein Gefährte, sobald er den herben Geschmack verspürte, stand nicht weit ab. Gerade glitt sein Streichholz wieder tief in die Kehle des Liebsten, als die Enge des warmen Schlundes nicht mehr auszuhalten war und ihm eine lodernde Flamme entlockte. Nach dieser Art Frühstück, auf die Hänsel und Gerhold seit Beginn der Reise schon zu lange verzichtet hatten, rollten sie sich zufrieden auf dem Waldboden aus, streckten sich und atmeten den frischen Duft der Bäume tief ein.

Eine frische Brise wehte um ihre Schenkel, kühlte ihre Feuerstellen und ließ die beiden für einen Moment alles um sie herum vergessen. Mit einem Mal schreckte Gerhold hoch und bemerkte, dass sie schon viel zu lange von den anderen fortgeblieben waren. Der Zug würde ohne sie weiterfahren, wenn sie länger säumten. Also zogen sich die zwei Gefährten ihre Kleider wieder an, nahmen das Körbchen mit den Erdbeeren und wollten zurückkehren. Aber die Täubchen im Walde hatten in der Zwischenzeit all die kleinen Löckchen vom Wege gepickt, um daraus ihre Nester zu bauen.

Hänsel und Gerhold gingen den ganzen Tag, doch sie fanden den Weg nicht mehr und kamen aus dem Wald nicht heraus. Am Abend, als sie müde und hungrig waren, legten sie sich unter einen Baum, aßen das Körbchen leer und schliefen bekümmert ein. Die Nachbarsleut hatten sich gewundert, wo Hänsel und Gerhold wohl blieben, aber sie trauten sich nicht in den Wald, um sie zu suchen. Die Dorfgemeinschaft zog weiter, nur der arme Mann und seine Frau verweilten noch einen weiteren Tag, in der Hoffnung, die zwei Gefährten würden zurückkehren.

Als sie aber erkannten, dass sie umsonst warteten, waren sie betrübt über das Schicksal der Freunde und folgten den anderen. »Immerhin besitzen wir nun Pferd und Wagen«, stellte die Frau fest, und das war kein geringer Trost. Der nächste Morgen brach an und tief im Walde begannen Hänsel und Gerhold wieder zu wandern und einen Weg zu suchen, doch sie gerieten immer tiefer hinein. Da es kaum Beeren und Pilze gab, drohten sie zu verschmachten, würde nicht bald Hilfe kommen.

Als es Mittag war, sahen sie ein schneeweißes Täubchen auf einem Ast sitzen. Das gurrte so freundlich, dass sie stehen blieben und ihm zuhörten. Da schwang es seine Flügel, flog vor ihnen her und Hänsel meinte, sie müssten dem Täubchen folgen. So kamen sie zu einem Häuschen mitten zwischen den Tannen, auf dessen Dach sich das Täubchen setzte. Hänsel und Gerhold aber trauten ihren Augen nicht, denn das Häuschen duftete ganz ungewöhnlich und war nicht aus Holz oder Stein, sondern aus allerlei appetitlichen Speisen gebaut.

Die Wände bestanden aus gebratenem Schnitzel und die Giebel aus saftigen Brathähnchen. Das Dach war mit Rouladen und Spiegeleiern belegt und die Fensterscheiben glänzten wie sauberes, weißes Salz. Speck und Schinken steckten in den Blumenkästen auf der Fensterbank. Tür und Läden aber waren aus schwarzem Brot gebacken. Vor dem Häuschen war ein Brunnen, der aber kein Wasser führte, sondern dickes Butterfett, worin frischer Brathering schwamm. Rechts und links davon standen Bäumchen, an deren Ästen Mettwürste, Weißwürste und Leberwürste hingen.

Im Garten aber wuchsen Blumenkohl und Bohnen, die bereits dampfend heiß auf dem Boden lagen, wie für den Verzehr bereit. »Ein Schmausehaus«, staunte Gerhold, und Hänsel sprach:»Daran wollen wir uns mal tüchtig satt essen und eine gesegnete Mahlzeit halten. Ich will ein saftiges Schnitzel probieren. Gerhold, du kannst dir eine Keule vom Giebel abreißen. «Hänsel reichte an die Wand und brach sich ein Schnitzel ab. Gerhold knusperte derweil an einem Brathähnchen. Beiden schmeckte das gute Fleisch und sie bissen immer gieriger hinein.

Da rief plötzlich eine dunkle Stimme aus dem Inneren des Häuschens:»Schlemmer, schlemmer, schmause,wer beißt von meinem Hause?«Die zwei Gefährten erschraken, doch dann antworteten sie beherzt:»Es reißt nur der Sturm,es beißt nur der Wurm. «Als sich daraufhin nichts regte, aßen sie weiter, ohne sich bange machen zu lassen. Hänsel, dem das Schnitzel gut geschmeckt hatte, fand ein Beet von dampfenden Knödeln im Gärtchen und nahm sich einen davon. Gerhold stellte sich ein kleines Gericht aus Roulade, Ei und Bohnen zusammen und stieß eine ganze Fensterscheibe heraus, um es zu salzen.

Zufrieden setzten sie sich nieder und hielten ihre Mahlzeit ab. Da öffnete sich auf einmal die Türe und ein sehr großer, alter Mann kam heraus. Sein Haupt war zur Hälfte eine Glatze, die an den Seiten von weißen, kurzen Haaren umringt war. Ein grauer Schnauzbart prangte in seinem Gesicht. Sein enges Hemd verdeckte nur schlecht seine mächtige Brust, das breite Kreuz und die kräftigen Arme, die in zwei großen Händen endeten, die beinahe Pranken waren.

Sein Unterleib aber wirkte jung und frisch, denn sein Herd war wohlgeformt und vorn erkannten Hänsel und Gerhold eine ausgeprägte Wulst unter dem Rock. Die zwei Gefährten erschraken und hielten in ihren Bewegungen inne, als ob sie erstarrt wären. Der Alte aber schüttelte beruhigend den Kopf und sprach mit dunkler Stimme:»Ei, ihr lieben Männer, wie seid ihr nur hierher gekommen? Ich sehe, der Hunger setzt euch zu, und es freut mich, dass mein Häuschen euch derart mundet.

Kommt nur herein und bleibt bei mir, es geschieht euch kein Leid. «Dabei kratzte er sich wie beiläufig zwischen seinen Beinen und das lockte Hänsel und Gerhold, die gern mehr von dem Leib des Alten sehen mochten, ins Haus. Dort war es sehr gemütlich und der Alte ließ sie ihr gutes Essen genießen und tischte danach noch Unmengen an Süßzeug auf. Da gab es Milch und Pfannekuchen, Äpfel und Nüsse zum Nachtisch, und wie sie fertig geschmaust hatten, schilderten sie dem Alten die große Hungersnot, die Suche nach Walderdbeeren und wie sie sich schließlich verirrt hatten.

Da fasste der Alte mitleidsvoll ihre Hände und erzählte ihnen von den Täubchen und wie sie die Härchen weggepickt haben mussten. »Das weiße Täubchen, welches euch herführte, mag versucht haben, seinen Diebstahl wieder gutzumachen«, meinte er, »und nun seid ihr bei mir und sollt es angenehm haben. Zwei weiche Betten mache ich euch zurecht, in denen werdet ihr schlummern wie im Himmel!«Er brachte sie in eine kleine Stube, wo ein großes, breites Bettgestell stand, auf das sie sich legen konnten.

Dann brachte er zwei weiche Kissen und zwei Decken, die waren alle mit echten Federn gefüllt und nicht mit altem Stroh, wie es Hänsel und Gerhold bisher kannten. Darin kuschelten sie sich bäuchlings hinein und der Alte kniete auf dem Bett zwischen ihnen und strich ihnen durchs Haar. Das tat ihnen so wohl, dass sie ihre Köpfe nicht auf die Kissen, sondern auf die kräftigen Schenkel des Alten legten und ihrerseits begannen, seine Knie zu streicheln.

Da wuchs die Schwellung unterm Rock noch einmal auf die doppelte Größe, und wie von selbst lüftete jener sich und ein prachtvolles Ofenrohr streckte sich heraus. Es war gerade gewachsen, die Spitze glühte und blaue Muster zierten den Schaft. Hänsel und Gerhold waren von dem Anblick wie verhext. Der Alte beugte sich herab und flüsterte:»Ich werde euch eine himmlische Nacht bescheren, wie ich es versprochen habe. Nicht eher sollt ihr ruhen, bis dass ihr meinen selbstgemachten Eierlikör gekostet habt.

«Dabei kam er ihnen mit seinen Lippen so nah, dass sein Atem den beiden einen kalten Schauer der Erregung über den Rücken jagte. Er gebot Hänsel, sich vor das Bett zu knien und mit dem Bauch auf dem Laken zu liegen, sodass sein Stövchen den Alten in guter Höhe anschaute. Gerhold, der Leichtere von beiden, sollte sich wiederum auf Hänsel legen, Rücken an Rücken, und die Beine heben. Damit wurde auch sein Herd frei zugänglich.

Der Alte selbst kniete vorm Bett und fummelte mit Fingern und Zunge flink an beiden Feuerstellen herum, vergaß dabei aber weder den aufrechten Schürhaken noch das rothäubige Streichholz, und seine Gäste glucksten und kicherten vor Genuss. »Knusper, knusper, Kümmel, wer knabbert an meinem Pimmel?«, feixte Hänsel. »Knusper, knusper, Keimchen, wer knuspert mir zwischen den Beinchen?«, fiel Gerhold ein. »Ein Kind der Sünd, ich mach’s euch geschwind«, erwiderte der Alte, setzte sein riesiges Ofenrohr an Hänsels Stövchen und versenkte es langsam darinnen.

Eine Welle von Schmerz, gefolgt von einem Schauer der Lust war es, was Hänsel da verspürte, und er ließ willig zu, was der Alte einforderte. Schon bald pulsierte der dicke Schornstein in seinem Inneren und entfachte in ihm wohlige Gefühle, die wie heißer Rauch durch sein Blut strömten und ihn laut stöhnen machten. Das weckte Gerholds Neugier und er warf seine Beine noch weiter nach hinten, damit der Alte sein Rohr auch in ihn hineinschieben konnte, was er sogleich tat.

Ebenso wie Hänsel empfand der junge Mann zunächst Schmerzen, die aber zügig einem glimmenden, angenehmen Gefühl wichen, je länger der Alte im ruhigen Takt zustieß. Seine Kohlestückchen schlugen auf und ab und heizten das Feuer gehörig an. So drang er immer abwechselnd mal in Hänsel, mal in Gerhold, bis ihre Feuerstellen nass tröpfelten und glühend rot leuchteten. Sein Grunzen gefiel ihnen und sie schnauften mit ihm, sooft er sein heiß gewordenes Ofenrohr in sie schob.

Schweiß bildete sich auf den drei Leibern und ließ Hänsel und Gerhold aneinander kleben. Die Stube ward stickig und drückend warm und die Sinne waren wie verqualmt. Der Alte bewegte sich nun rascher und rascher, tauschte zwischen Hänsel und Gerhold in immer hurtigerem Wechsel und endlich zischte der versprochene Eierlikör aus ihm hervor und regnete auf die zwei Gefährten herab. Diese hielten es nimmer mehr aus, griffen sich gegenseitig an ihre Feuerstellen und brauchten nur wenig zu reiben, bis auch ihre Glut hinaussprühte und sich mit den Spuren des Alten vermengte.

Da schleckten alle drei zufrieden den Eierlikör und er mundete ihnen sehr. Hänsel und Gerhold schliefen hernach traulich ein, während ihr Gastgeber fortschlich und die Stube verließ. Doch der Alte hatte sich nur so freundlich und verführerisch gestellt. In Wahrheit war er ein niederträchtiger Menschenhändler, der das Schmausehaus bloß gebaut hatte, um leichtgläubige Männer anzulocken. Wenn er jemanden in seiner Gewalt hatte, warf er ihn in Ketten und ernährte ihn so karg oder so übermäßig, wie es dem jeweiligen Leibe zustatten kam und wie es die Käufer wünschten.

Allmonatlich kamen nämlich reiche Grafen oder Herzöge mit ihren Kutschen in den Wald und erkundigten sich nach Frischfleisch, denn in ihren gehobenen Kreisen hatte man einen großen Verschleiß an Minnedienern und Buhlknechten. Konnte der Alte einen Menschen verkaufen, bekam er Unmengen an Gold- und Silbermünzen dafür, und das war sein Festtag. Über Nacht nahm er den schlafenden Gerhold und schmiedete seine zarten Handgelenke mit einer schweren Kette zusammen. Auch seine Füße wurden gefesselt, sodass der arme Mann keine weiten Schritte mehr machen konnte.

Den nackten Hänsel aber packte der Alte und sperrte ihn in einen engen Stall, der mit einer Gittertüre verschlossen war. Gerhold mochte jammern und Hänsel schreien, keiner kam und half ihnen. »Gerhold, du Faulenzer, du wirst mir fortan dienen und deinem Gefährten die besten Speisen zubereiten«, fuhr ihn der Alte an. »Danach wirst du Wasser holen! Die Kessel blank scheuern! Die Betten schütteln! Den Boden schrubben! Und mir die Füße pflegen, den Schnauzbart kämmen und die Glatze polieren! Den Hänsel aber werde ich mästen.

Einen haarigen, dicken Bären will ich aus ihm machen, denn so einer wird zurzeit auf dem Buhlenmarkt gesucht!«Nun ward dem armen Hänsel das beste Essen gekocht und der Alte fütterte ihn selbst, sodass er die Mahlzeiten nicht verweigern konnte. Pfund um Pfund wuchsen an seinem Bauch, an seinen Hüften und an seinem Hintern. Gerhold dagegen bekam nichts als trocken Brot. Den wollte der Alte mager und schwach halten, weil er ihn als Diener für sich selbst auserkoren hatte.

Jeden Morgen schlich sich der Alte zu dem Ställchen und rief:»Hänsel, steck deinen Haken heraus. Ich will sehen, wie viel Abstand zwischen Bauch und Spitze noch vorhanden ist, den es aufzufüllen gilt!«Denn der Alte wollte, dass Hänsels Bauch möglichst fett würde, bis er seinen Unterleib ganz überdeckte. Der aber hatte beizeiten gemerkt, dass der Alte trübe Augen hatte. Daher steckte er nicht seinen Schürhaken zwischen die Gitterstäbe, sondern einen langen, dicken Knochen, den er abgenagt hatte.

Der Alte wunderte sich, dass Hänsel gar nicht fetter werden wollte und befahl Gerhold, nur immer mehr Speisen zu kochen, zu backen, zu garen und zu braten. So ging es drei Wochen lang und Gerhold erging es schlecht im Schmausehaus. Nicht nur hatte er alle Tage schwere Arbeit zu verrichten, er musste dem Alten auch mit seinem Leib gefügig sein. Tat er es nicht, wurden seine Ketten enger gefasst und der Alte drohte damit, seinen Gefährten zu töten.

Abend für Abend musste Gerhold die Füße des Alten mit warmem Wasser waschen und mit einer Bürste rubbeln, bis hässliches Lachen aus dessen Kehle gluckste und sein riesiges Ofenrohr vor Freude glühte. Hernach musste Gerhold den Schnauzbart kämmen und erdulden, dass der Alte dabei stets seine feuchte, fordernde Zunge herausstreckte und seine Finger beleckte. Gern spuckte er auch nach Gerhold und verrieb den Speichel auf dessen Haut. Am schlimmsten erging es ihm aber, wenn er die Glatze des Alten polieren sollte, denn das musste mit zarten Händen und liebenden Lippen geschehen.

Hätte Gerhold nicht in Ketten gelegen, niemals würde er zärtlich und liebend gegen dieses Scheusal gewesen sein. So aber blieb ihm nichts anderes übrig. Während er also über dem Alten gebeugt stand, packte der mit seinen Pranken den jungen Herd, drückte ihn fest zusammen, dass es schmerzte, und zog ihn wieder weit auseinander, um sein riesiges Rohr ohne Sanftmut hineinzubohren und sich in seinem Diener auszutoben. So ging es Abend für Abend und Hänsel sah draußen vom Ställchen das Geschehen durch die Fensterscheiben und musste sich die Ohren zuhalten, um das qualvolle Jammern seines Gefährten nicht zu hören.

Als die vierte Woche anbrach und Hänsels Bauch noch immer nicht seinen Schürhaken zu bedecken schien, riss dem Alten die Geduld. »Der Mond ist wieder voll und gewiss wird schon morgen ein reicher Käufer kommen, um mich nach Frischfleisch für seine Bettbelustigung zu fragen«, knurrte er. »Hänsel sei fett oder mager, ich werde ihn verkaufen und seinen Gerhold gleich mit, denn neue Talerchen will ich in meiner Truhe sehen!«Er befahl Gerhold, sich und seinen Gefährten ordentlich zu waschen, denn morgen würde um sie gehandelt werden.

Da weinte Gerhold, dass ihm die Tränen über die Wangen liefen. Während er zärtlich mit dem Lappen über Hänsels Hüften und Bauch glitt, wünschte er, die wilden Tiere im Walde hätten sie beide zerrissen. »Dann wären wir zusammen gestorben und müssten nicht an böse Herzöge verkauft werden, die uns voneinander trennen und unaussprechliche Dinge mit uns anstellen werden!«»Spare dein Geplärre«, murrte der Alte, »es hilft alles nichts!«Früh morgens musste Gerhold heraus, saubere Wäsche anziehen und ein letztes Mal das Schmausehaus in Ordnung bringen.

»Nachher wird eine Kutsche kommen«, erzählte der Menschenhändler. »Den Insassen wirst du bewirten, bevor er sich Hänsel ansieht. Ist er satt und in guter Stimmung, wird er die Taler umso großzügiger springen lassen. «Da hörten sie schon die Tritte von Hufen auf dem Waldboden und sahen eine goldene Kutsche auf das Häuschen zukommen. Der Alte fuhr mit der Hand ordnend durch Gerholds Haar und drückte ihm einen Teller Würste in die Hand. Ein Schlag auf den Hintern schickte ihn vor den Wagenverschlag, wo Gerhold eine Verbeugung tat und die Würste hinaufreichte.

Der Graf blickte aber nicht auf die Würste, sondern auf den schönen Gerhold und fand Gefallen an ihm. »Ein zierlicher Mann, ein sauberer Mann, das gefällt mir«, lächelte er und leckte sich die Lippen. »Schöne Würste hast du auf deinem Teller, doch interessiert mich nur deine eigene Wurst. Komm und steck sie mir in meinen nassen Spalt, der hat schon lange kein frisches Fleisch gespürt!«Mit diesen Worten drehte sich der Graf in seiner Kutsche herum und streckte seinen blankgeputzten Ofen hinaus.

Der Alte stand abseits und rieb sich die Hände. »Steck schon dein Streichholz hinein und zünde das Feuer an«, rief er Gerhold zu. »Kannst dich geschmeichelt fühlen, dass du dem Grafen auf Anhieb so gut gefällst!«Aber Gerhold wusste, dass er schon bald verkauft werden sollte, und stellte sich absichtlich dumm:»Ich weiß nicht, wie ich’s anfangen soll. Wie komme ich da hinein?«»Alberner Esel«, schimpfte die Alte, »hebe dein Hemd hoch und bohre dein Streichhölzchen in die offene Ofentüre, wie ich’s schon oft bei dir tat.

Was sich dir bietet, ist groß genug! Siehst du, selbst ich könnte ohne Weiteres hinein!«Da bat Gerhold den Alten, ihm doch zu zeigen, wie er stehen müsse, er wolle es sich artig abschauen. Der Menschenhändler trat heran, packte sein strammes Ofenrohr aus und stützte sich breitbeinig am Wagenverschlag ab. Eben wollte er erklären, wie Gerhold das Gleiche zu tun habe, da gab ihm der junge Mann einen Stoß und der Schornstein des Alten fuhr in die Feuerstelle des Grafen hinein, dass jener in seiner Kutsche laut aufjauchzte.

Gleich noch einen Ruck und noch einen verabreichte Gerhold dem Alten, der nun auf den Geschmack kam und den Grafen höchstselbst beheizte, wie der es gewünscht hatte. Gerhold aber nutzte den Lustrausch des Alten und nahm ihm unbemerkt den Schlüsselbund ab. Er löste damit seine Ketten, lief zum Ställchen und befreite Hänsel. Gemeinsam rannten sie zur Kutsche zurück, stießen den Alten ein letztes Mal, dass er in Gänze hinein auf den Grafen fiel, und gaben dem Pferd einen solchen Schlag, dass es sich aufbäumte und mit dem goldenen Wagen und allen, die darin waren, davoneilte, um nimmermehr wiederzukehren.

Da fielen sich Hänsel und Gerhold um den Hals, herzten und küssten einander und jubelten vor Glück. Und weil sie nichts mehr zu fürchten brauchten, gingen sie in das Haus des Menschenhändlers und suchten nach der Truhe voller Taler. Als sie sie gefunden hatten, steckte Hänsel in seine Taschen alles, was er brauchte, und Gerhold tat es ihm nach. Sie fanden auch Körbe und Taschen, in die konnten sie die Leckereien tun, und sie fanden auch ein schweres Buch, das war voll der Rezepte, die der Alte für sein Schmausehaus genutzt hatte.

All dies packten sie zusammen und verließen den bösen Ort. Als sie ein paar Stunden gewandert waren, glaubten sie, den Wald des Menschenhändlers hinter sich zu haben. Die Schwere ihrer Taschen drückte sie nicht, denn sie waren zuversichtlich, bald wieder zu freundlichen Leuten zu kommen. Sie gelangten schließlich an ein großes Wasser, dessen Ufer sich so weit nach beiden Seiten erstreckte, wie sie nur blicken konnten. »Hier können wir nicht hinüber«, sprach Hänsel, »denn ich sehe keinen Steg und keine Brücke.

Auch fährt hier kein Fährmann, der uns mit Floß oder Schiffchen hinübersetzen könnte. «Gerhold aber entdeckte im Schilf ein großes Boot, das aussah wie ein Schwan. Die Farbe war schon abgeblättert, doch es schien noch fahrtüchtig zu sein. Sie stiegen vorsichtig hinein, jeder nahm einen Stock als Ruder und sie setzten langsam hinüber. Auf dem See war es still, nur ab und zu gluckste es im Wasser, wenn ein Fisch seine Nase an die Oberfläche stieß, um nach Futter zu suchen.

Libellen surrten und weiße Enten quakten in der Ferne. Es war recht traulich, zu zweit über den See zu fahren, und Gerhold begann zu singen:»Seht nur, ihr Entchen,hier rudern Gerhold und Hänsel,wir brauchen keine Brücke,das Ruder stärkt unsern Rücken. «Die Enten lauschten und schwammen heran und fürchteten sich nicht vor dem großen, hölzernen Schwan. Hänsel aber war berührt vom Gesang seines Gefährten, und weil sie einander schon lange nicht mehr nahe gewesen waren, legte er seinen Arm um ihn und drückte ihn fest an sich.

Da zog Gerhold sein Ruder ein und Hänsel zog das seine ebenfalls ein. Der Schwan schwamm friedlich auf dem See und seine Insassen schmiegten sich eng aneinander. Ein Kuss folgte und noch einer; vier Hände gingen auf Wanderschaft und vier Augen suchten aufmerksam, was nach der schweren Zeit am Leibe anders sei als vorher. Gerhold kniff sanft in die neuen Rundungen, die dem wohlgenährten Hänsel angefüttert worden waren, und liebkoste sie. Hänsel aber strich behutsam über die Handgelenke und Füße, die noch wund von den scheuernden Ketten waren, und seine Lippen schenkten den argen Stellen heilsame Küsse.

Nach einer Zeit saßen sie nicht mehr auf dem Schwanenboot, sondern lagen darinnen, und ihre Zärtlichkeiten ließen es sanft schaukelnd unter die Weidenbäume an eine abgelegene Stelle treiben. Warum sie das Schaukeln des Bootes nicht bemerkten, lag an ihrem Tun. Ihre Küsse wurden wilder, sie streichelten über ihre Leiber und Gerholds Mund fand den Weg zu Hänsels Brust und biss hinein. Ein Stöhnen wurde laut. Hänsels Hand glitt zu Gerholds Herd und führte flink zwei Finger ein, sodass Gerhold auffuhr und ihm ein kleiner Schrei der Lust entfuhr.

Hänsels Finger spielten und bohrten keck in der Feuerstelle seines Gefährten; rasch zog er sie raus und steckte sie wieder hinein. Als abermals eine Zeit vergangen war, lag Gerhold auf dem Rücken und Hänsel kniete zwischen seinen Beinen. Er zog den Herd an sich heran und führte seine Zunge an die Öffnung, die er nun frech zu lecken begann. Gerholds Streichholz brauchte indes nicht lange, bis es hart und steif von seinem Leib abstand.

Er lag im Schwanenboot und sang ein neues Lied, ein Lied der Begierde. Es erklang mit einem Genuss, den man seit Wochen nicht mehr in seiner Stimme vernommen hatte. »Du bist noch genauso begehrenswert wie alleweil«, freute sich Hänsel; der Alte hatte an seinem Gefährten nichts verdorben. Er setzte seinen Schürhaken an, legte Gerholds Beine sicher auf die Brust und stieß mit Schwung zu. Wie entflammt rammte er sich immer wieder in seinen Gefährten und das Schaukeln des Bootes tat sein Übriges.

Hart und tief drang Hänsel in Gerhold, bis dessen Herz raste und sein Gesang an Rasanz zunahm. Ihr Treiben nahm kein Ende. Gerhold spürte, wie Hänsel seine heiße Glut in ihn spuckte, aber er hörte nicht auf zu stoßen. Sein Schürhaken war noch immer hart und willens. Wieder und immer wieder ruckte er tief in den Herd, ohne Rast und Ruh. Da fing Gerholds Streichholz von selbst an, helle Funken zu versprühen, und er schrie vor Lust.

Als sich seine Feuerstelle immer wieder fest um Hänsel zusammenzog, schnaufte der nur und es war ihm, als ob man von Neuem einheizte. So feuerte er ein weiteres Mal lodernde Flammen in seinen Liebsten, bis er endlich auf ihm zusammenbrach. Völlig ermattet ließen sie sich vom See wiegen. Langsam und sorgfältig half Hänsel seinem Gefährten, seine Glieder wieder zu strecken und sich aufzurichten, nahm ihn in die Arme und schwieg in seligem Glück. So saßen sie im Boot unterm Weidenbaum für eine lange Weile, bis sie wieder Kraft gesammelt hatten, um weiter zu rudern.

Als die beiden Männer wohlbehalten an der anderen Seite des Sees angekommen waren, stellten sie das Schwanenboot an eine sichere Stelle und wanderten weiter. Wie sie ein Weilchen gingen, kam ihnen der Wald immer bekannter und vertrauter vor, und endlich erblickten sie von Weitem ihr altes Haus mit all den alten Kehrern und Fegern drinnen, die sie als Besenbinder angefertigt hatten. Alles war verlassen, doch Gerhold prüfte den Boden im Garten und befand, dass er sich erholt habe und mit Sorge und Pflege wieder fruchtbar werden könne.

Hänsel schüttete seine Taschen aus, dass die Taler auf den Fußboden klimperten, und Gerhold las beflissen im Rezeptbuch des bösen Alten. Sie lernten, Wurstbäumchen und heißen Blumenkohl anzupflanzen, und sie lernten auch, Brathering in Butterfett schwimmen zu lassen. So kamen sie überein, ihr Dasein als Besenbinder hinter sich zu lassen und eine Gaststube zu eröffnen, in der fahrende Gesellen und rüstige Wandersmänner sich stärken konnten. Dank der köstlichen Speisen und der zwei gastfreundlichen Wirte erlangte die Wirtschaft übers Jahr einen solch guten Ruf, dass alle Sorge ein Ende hatte und Hänsel und Gerhold in immerwährender Freude leben konnten.

Jeden Sonntag verbrachten sie im Schwanenboot auf dem See und wussten, wie sie sich dort fröhlich die Zeit vertreiben konnten. Mein Märchen ist aus, ich laufe nach Haus, fängst du mich dabei, ist mein Bett für dich frei.


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